Pfarrei Altdorf
Mariä Heimsuchung

Eine besondere Marienfigur ziert die alte St.-Nikola-Kirche, erklärte Heimatbuch-Autor und Chronist Ernst Gruß bei seinen beiden Kirchenführungen. Die künstlerisch recht wertvolle Marienfigur, im Diözesanarchiv Regensburg als „Madonna von Krummper (1620)“ eingetragen, ist am Seitenaltar angebracht. „Das berühmteste Werk des Künstlers Hans Krumper ist die recht bekannte „Patrona Bavariae“ in München. Über Umwegen gelangte die in Altdorf vorhandene Madonna, um die uns viele beneiden, in die alte St.-Nikola-Kirche“, gab der Chronist zu verstehen.
Im Auftrag des Pfarrgemeinderats eröffnete Doris Westermeier diese Kirchenführungen. Dabei begrüßte sie auch den Hobby-Archivar Hans Seidl und Marktgemeinderat Willi Gürtner. Weiter spannte sie auch einen Bogen vom „Kirchweih-Fest“ zu diesen vom Pfarrgemeinderat angebotenen Kirchenführungen.
Nach den Worten von Ernst Gruß führt Altdorf seinen Namen zu Recht. Ortschaft und Gemeindeflur sind inzwischen bestens erforscht. Einen Nachweis über die ersten Christen in Altdorf verdankt die Kommune auch den archäologischen Ausgrabungen. So wurde hier das Skelett einer Frau aus dem 6.Jahrhundert freigelegt, die mit einer Perlenkette und anhängendem Goldkreuzchen bestattet worden ist. Ein weiteres Indiz, dass es hier um eine Christin gehandelt hat, war auch deren Beerdigung „mit Blick zur aufgehenden Sonne“, schilderte der Heimatbuch-Autor.
Um das Jahr 750 haben Mönche des Regensburger Ur-Klosters St.-Emmeram eine einfache Holzkirche errichtet, wo heute das alte Nikola-Gotteshaus steht, erwähnte Ernst Gruß. Nach seiner Schilderung waren es offenbar vom zitierten Ur-Kloster in die heutige Münchnerau entsandte Mönche, die den Altdorfer Kirchenbau neben einem Altwasser platziert haben. Auf diesem ehemaligen Sumpfgelände steht heute die neue Nikola-Kirche, die deswegen auf bis zu 13 Meter tiefen Beton-Bohrpfählen gegründet werden musste.
Nach der Synode von Reisbach (799) wurden hier auch feste Pfarreien geschaffen. Altdorf kam hierbei zur Ur-Pfarrei Eugenbach. Das Altdorfer Gotteshaus wurde dabei eine Filialkirche. Bei den Ungarn-Einfällen (909) wurde die hölzerne Filialkirche abgebrannt. Daraufhin entstand ein gemauertes Gotteshaus in romanischen Stil, berichtete der Chronist. Erst um das Jahr 1480 wurde die heutige Nikola-Kirche erbaut. Der Baumeister ist zwar nicht zweifelsfrei bekannt, wird aber mit Hans Westermeier aus Gisseltshausen genannt, erwähnte der Heimatbuch-Autor.
Nach der Auflistung von Ernst Gruß stammt der barocke Hochaltar aus der Zeit um das Jahr 1670. Das figurenreiche Altarbild zeigt die Krönung Mariens. Die beiden Seitenfiguren St.-Nikolaus und St.-Stephanus stammen aus der Werkstatt des Landshuter Bildhauers Jonas Hiernle. Kanzel und Bestuhlung hat der Schreiner Georg Schauer aus Rottenburg um das Jahr 1720 ausgeführt. Mit Orgel und Kreuzweg-Bildern wurde das Gotteshaus um 1850 ausgestattet.
Der Pfarrei-Sitz, über Jahrhunderte in Eugenbach, wurde laut Ernst Gruß im Jahre 1365 nach Altdorf verlegt, weil hier die Wallfahrt zur Frauen-Kirche einen enormen Aufschwung erlebte. Um die beiden Alt-Kirchen hat sich der unvergessene Pfarrer und Heimatforscher Simon Huber besonders verdient gemacht, bekräftigte Ernst Gruß. Nach seinen Ausführungen entschloss sich 1980 die Kirchenverwaltung zu einem Kirchenneubau, weil in der damals stark anwachsenden Pfarrei oft nicht alle Gläubigen bei Gottesdiensten einen Platz in der alten Nikola-Kirche fanden. 
Den Planungsauftrag für den Kirchenneubau erhielt der Regierungsbaumeister Hans-Karl Köhler. Die neue Kirche wurde 1984 feierlich eingeweiht. Seine Kirchenführungen hat Ernst Gruß auch noch mit vielen Details aus der Geschichte und von der Ausstattung der beiden Sakralbauten ergänzt und abgerundet. 


bn
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